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Sächsische H2-Strategie: Fraunhofer-Institute wirken als Katalysatoren

1/2022

Sachsens Kabinett hat am 18.1. die Sächsische Wasserstoffstrategie veröffentlicht. Grüner Wasserstoff soll bereits 2030 in Sachsen einen Beitrag zu Defossilisierung des Energiesystems leisten. Eine Wasserstoffwirtschaft mit möglichst geschlossenen, sächsischen Wertschöpfungsketten aufbauen – das ist das erklärte Ziel. Damit wird ein großer Beitrag zum Strukturwandel geleistet und neue, hochqualifizierte Arbeitsplätze geschaffen. Sachsen hat sich vorgenommen, Technologieführer und damit Anziehungspunkt für Investitionen und Ansiedlungen zu werden. Die starke Aufstellung im Bereich Forschung ist dafür eine wichtige Voraussetzung.

Schon heute entwickeln Institutionen wie das Hydrogen Lab Görlitz (HLG) gemeinsam mit Industrieakteuren Systeme und Komponenten im Bereich der Wasserstofftechnologien weiter, verbessern großtechnische Anlagen zur Wasserstoffgewinnung und optimieren Materialien und Prozesse für eine möglichst hohe Energieausbeute.

 

„Die aktuellen Forschungsergebnisse und Entwicklungen im Bereich des grünen Wasserstoffs bieten Unternehmen enormes Wertschöpfungspotenzial. Vom Ausbau der dafür benötigten Infrastruktur kann insbesondere der Maschinen- und Anlagenbau profitieren. Gleichzeitig ermöglicht Wasserstoff den Aufbau einer klimaneutralen Produktion und damit einer Wertschöpfung aus Nachhaltigkeit. Wasserstoff hat also das Potenzial, die Energiewende voranzutreiben und gleichzeitig die Zukunftsfähigkeit der sächsischen Industrie zu sichern. Wir sehen uns in diesem Prozess als Innovationstreiber für den Standort Sachsen und die sächsische Wirtschaft,“ so Prof. Welf-Guntram Drossel, geschäftsführender Institutsleiter Fraunhofer IWU.

 

Die von Fraunhofer IWES und Fraunhofer IWU gemeinsam betriebene Forschungs- und Entwicklungsplattform in Görlitz spezialisiert sich neben den Test und Prüfaufgaben auf die Entwicklung von Dekarbonisierungsstrategien der Industrie unter Einsatz von  Elektrolyse- und Brennstoffzellensystemen sowie Speicherlösungen – eine unabdingbare Voraussetzung, um den Markthochlauf voranzutreiben, die Kosten zu senken und schlussendlich einen aktiven Beitrag in Richtung Klimaneutralität des produzierenden Gewerbe zu leisten.

 

"Unsere einzigartige Infrastruktur bietet Unternehmen unterschiedlicher Branchen die Möglichkeit, ihre Systeme und Komponenten zur Wasserstoffproduktion und -nutzung real zu erproben und den für sie wirtschaftlich optimalen Pfad für ein Skale-Up unter Berücksichtigung und von Fragestellung zur Sicherheit, Lebensdauer und Zuverlässigkeit zu definieren. Damit beschleunigen wir die Transformation der Industrie in Richtung Klimaneutralität, fördern einen nachhaltigen Ansatz und minimieren Risiken der Umstellungen,“ sagt Dr. Sylvia Schattauer, kommissarische Institutsleiterin Fraunhofer IWES.

 

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Digitalisierung der Wasserstofftechnologie. Beides entspricht der Absicht des Freistaats Sachsen, verstärkt Pilot- und Demonstrationsvorhaben mit überregionaler und europäischer Sichtbarkeit aufzubauen. Auch die Entwicklungsaktivitäten entlang der Power-to-H2-to-Power-Wertschöpfungskette bieten vielfältige Möglichkeiten zur System- und Prozessoptimierung.

Bei Erzeugung und Anwendung möchte Sachsen vorrangig Wasserstoff aus erneuerbaren Energien, ergänzt um Importe CO₂-frei erzeugten Wasserstoffs und Wasserstofffolgeprodukten. Den Ausbau der Erneuerbaren Energien zu forcieren, um genug Windenergiekapazität bereitzustellen, ist klare Absicht der sächsischen Regierung. Als erster Schritt wurden bereits die Abstandsregelung für Windenergieanlagen angepasst. Dies zusammen mit dem Ausbau der Wasserstofftechnologien zu denken, bietet eine Menge Potential für die regionale Industrie, beinhaltet aber auch Diskussionspotential. Bei beiden Aspekten steht Fraunhofer der Landesregierung unterstützend zur Seite.

zum HLG oder hier

zur Website des Freistaats Sachsen (ext. Website)

© Martina Buchholz
Dr. Sylvia Schattauer, komm. Institutsleiterin Fraunhofer IWES.
Prof. Welf-Guntram Drossel, geschäftsführender Institutsleiter Fraunhofer IWU